Als Youngster in der neuen Altersgruppe U17 hatte sich der Budokai-Kämpfer Luis Mohr mit seinen 13 Jahren durch seinen vorausgegangenen Sieg bei den nordbadischen Judo-Meisterschaften zur badischen Landesmeisterschaft qualifiziert, die am vergangenen Wochenende in Pforzheim ausgetragen wurde.
Und die aus dem Einzugsgebiet vom Bodensee bis Mannheim angereisten Judokas demonstrierten dem Publikum recht eindrucksvoll, dass in dieser Altersklasse auf der Matte bereits ganz großes Kino gezeigt wird, nicht zuletzt weil sich bei dieser Wettkampfstufe fast ausschließlich Kämpfer des Landeskaders gegenüberstehen.
So hatte Luis Mohr in der ersten Begegnung auch gleich im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, den Gegner mit Wurfangriffen in Schach zu halten. Jetzt zahlte sich das schweißtreibende Krafttraining aus, das der Bühlertäler neben seinem Techniktraining mehrmals pro Woche absolviert, um gegen die älteren und wegen der neuen Gewichtsklasse meist auch schwereren Kontrahenten bestehen zu können. Nach mehrmaligen erfolglosen Wurfansätzen konnte Luis Mohr seinen Gegner schließlich mit einem harten Griff am Kragen in die richtige Ausgangslage bringen, um ihn dann per schnell angesetztem Schulterwurf und halber Punktwertung zu Boden zu bringen, wo er ihn per Haltegriff bis zum vorzeitigen Kampfende fixierte.
Auch die kommenden Begegnungen konnte Luis Mohr für sich entscheiden, indem er für seine Wurftechniken Teilwertungen einheimste und  anschließend im Bodenkampf per Haltegriff oder Armhebel den Sieg vollends komplettierte.
Im abschließenden Finalkampf gegen einen gestandenen U17er trafen dann zwei Judokas aufeinander, die vom ersten Reversgriff an um die bestimmende Dominanz fighteten. Der ältere und exakt auf die Gewichtsgrenze eingestellte Gegner bombardierte den Bühlertäler mit Schulter- und Beintechnik-Angriffen, die jedoch dank der guten Defensivtechniken des Budokai-Kämpfers erfolglos blieben. Mit fortschreitender Dauer der Begegnung konnte sich Luis Mohr immer besser auf diesen äußerst offensiv agierenden Gegner einstellen und diesen dann mit einer Innenschenkelwurftechnik zu Boden bringen. Mit diesem Niederwurf verpasste Luis Mohr eine für diesen Kampf so wichtige Teilwertung zwar knapp, aber dafür gelang ihm, womit keiner gerechnet hatte: er schaffte es, dieses Kraftpaket mittels eisern zugedrücktem Haltegriff am Boden zu fixieren. Die Uhr lief jetzt für den Bühlertäler, doch beide Kämpfer lagen nur knapp innerhalb der festgelegten Kampffläche und so versuchte der Kontrahent, sich unter vollstem Körpereinsatz die wenigen Zentimeter nach außen zu arbeiten, um damit den Kampf zur Unterbrechung zu bringen. Just eine einzige Sekunde bevor die Haltegriffzeit zu einer Teilwertung geführt hätte, war diese Mattenüberschreitung erreicht und Luis Mohr musste handeln. Er reagierte perfekt, indem er den Griff teilweise löste, um den Gegner zurück in die Kampffläche zu drücken. Doch dieser nutzte diesen Moment und es kam zu einer blitzschnellen Abfolge verschiedener Griffe und Umdrehtechniken beider Kämpfer, bis sich nach wenigen Sekunden nun der Bühlertäler im Haltegriff wiederfand. Trotz wenig Luft mobilisierte Luis Mohr nochmals alle Reserven und bäumte sich unter der Last des Gegners derart auf, dass er seinen Kopf samt Oberkörper aus der hart zugedrückten Festhaltetechnik befreien konnte.
Beide Kämpfer standen sich also wieder wertungslos gegenüber, waren aber längst an ihren physischen Grenzen angekommen, als die vierminütige Kampfzeit ihrem Ende entgegen ging.
Dann gelang dem Gegner doch noch die kampfentscheidende Teilwertung, als er auf den Bühlertäler zuging, ihm schnell um den Kragen fasste und direkt aus diesem Schwung in eine Beintechnik einstieg und zusammen mit Luis Mohr zu Boden ging.
Den Titelgewinn zum Greifen nah verlor Luis Mohr diesen letzten Kampf knapp und brauchte seine Zeit, bis er trotz der zunächst sehr großen Enttäuschung das für einen Neueinsteiger in dieser Altersklasse hervorragenden Ergebnis des Vizemeisters realisierte. Denn für den Landesmeister-Titel in der U17 bleiben dem Bühlertäler Judotalent im Gegensatz zu seinen Kontrahenten ja noch zwei weitere Jahre Zeit. (cm)

In hochrangigem Teilnehmerfeld zum Vize-Landesmeister durchgekämpft: Luis Mohr vom Budokai Bühlertal

Luis Mohr (rechts) in seinem Finalkampf beim Ringen um den optimalen Griff