Letzen Sonntag machte sich Luis-Carlo Mohr schon in aller Frühe auf den Weg ins schwäbische Kirchberg nahe Backnang, um erstmals bei den offenen Baden-Württembergischen Judomeisterschaften U15 mitzumischen. Der 12-jährige Judoka aus Bühlertal präsentiert sich derzeit in kämpferischer Topform, was die Teilnahme an diesem Turnier der höheren Altersklasse mit der entsprechend langen vierminütigen Kampfzeit nach U17-Reglement ermöglichte.
Im teilnehmerstärksten Pool traf der Bühlertäler auf 22 Top-Kämpfer in seiner Gewichtsklasse und auch hier stellte der Vorzeigekämpfer vom Budokai Bühlertal sein Können gleich von Beginn an unter Beweis. Im ersten Fight säbelte Luis Mohr nach knapp einminütiger Kampfzeit die Füße des Tübinger Gegners mit einer Beintechnik derart kraftvoll weg, dass dieser frei durch die Luft auf die Matte befördert wurde und der Kampf mit Ippon vorzeitig für Bühlertal zu Ende ging.
Auch im zweiten Kampf demonstrierte der Budokai-Kämpfer, welch herrliche Früchte das unermüdliche Training der letzten Monate tragen kann. Die ständig wechselnden Wurfrichtungen eines nach vorne gerichteten Innenschenkelwurfs und einer Fußsicheltechnik nach hinten ließen dem Gegner quasi keine Abwehrchance mehr und so holte sich der extrem offensiv agierende Kämpfer aus der Bühlertäler Judoschmiede per donnerndem Niederwurf zunächst einen halben Punkt in Form einer Wazari-Wertung. Nach einer weiteren Teilwertung für den jungen Bühlertäler durch einen Schulterwurf nutzte dieser den passenden Moment, um seinen Kontrahenten erneut mit schwungvoll angesetzter Beintechnik zu Boden zu bringen, was kampfrichterseitig eine weitere Wazari-Wertung mit einem erneuten halben Punkt und damit den vorzeitigen Kampfsieg für Luis Mohr brachte.
Auch im dritten Kampf punktete der junge Gymnasiast aus der Talgemeinde mit herrlicher Technik, bis das Pech in diesen bisher so perfekt laufenden Kampfsporttag Einzug erhielt. Bei einem Wurfeingang konterte der Gegner geschickt und Luis Mohr ging mit dem Gewicht des Kontrahenten auf dem Rücken nach vorne zu Boden. Dabei stürzte der Bühlertäler derart unglücklich über seinen halbgestreckten Arm, so dass er sich eine schwere Schulterverletzung zuzog. Schmerzgezeichnet blieb Luis Mohr zunächst am Boden liegen und wehrte die Hebelangriffe des Gegners erfolgreich ab. Vom eisernen Siegeswillen getrieben setzte der verletzte Bühlertäler zunächst diesen Kampf fort und konnte ihn durch eine erstklassige Beintechnik als Sieger vorzeitig beenden. Doch unmittelbar nach Kampfende überstieg das Schmerzgefühl die betäubende Wirkung des Adrenalins und die herbeieilenden Sanitäter und Ärzte diagnostizierten ein ausgekugeltes Schultergelenk. Statt im Halbfinale zu stehen, lag der ehrgeizige Kampfsportler plötzlich im Krankenwagen in Richtung chirurgischer Notfall-Ambulanz  des Klinikums im benachbarten Backnang.
Während die übrigen Judosportler mit einem Rivalen weniger um die Podestplätze kämpften, bekam der Bühlertäler die erste Betäubung und eine ruhig stellende Schulterkorsage.
Vielleicht hätte er es ja an diesem so perfekt begonnen Kampftag bis an die Spitze der älteren Judoka-Athleten geschafft – diesem Gedanken wird Luis Mohr noch ein Weilchen nachhängen, bis er sich hoffentlich bald wieder ins Training stürzen und nach den Sternen im Jugendbereich des Judosport greifen kann.

Schwungvoll wirft Luis-Carlo Mohr (oben) seinen höher graduierten Gegner mit einer Beintechnik frei durch die Luft – bis eine Schulterverletzung in aus dem Halbfinale zwang