Als letzte und höchste Wettkampfstufe für die Jugend U15 wurden am letzten Samstag in Nürtingen die Süddeutschen Einzelmeisterschaften im Judo ausgetragen.
Besonders die Athleten aus den Judohochburgen Bayerns sind es, die den badischen und württembirgischen Judokas hier das Leben schwer machen. Denn dieser professionellen Talentförderung Bayerns, bei der auf speziellen Judo-Internaten ein zehnmaliges Training pro Woche mit einer schulischen Ausbildung unter einen Hut gebracht wird, kann der Judoverband unseres Bundesland nichts Adäquates entgegensetzen.
Doch unsere badischen Judokas wären nicht das, was sie sind, wenn es ihnen nicht immer wieder gelänge, hier trotzdem den begehrten Titel einzuheimsen.
Robin Mohr, der im Vorfeld bereits alles abgeräumt hatte, was es zu gewinnen gab, trat unerschrocken auf die Matte und zeigte hochkarätige Judotechnik vom Feinsten. Jeder Wurf, jede Kombination und jeder Umstieg wurde tausendfach geübt und immer weiter verfeinert und vor allen Dingen so in der Geschwindigkeit gesteigert, dass es mit bloßem Auge kaum möglich ist, sämtlichen Details zu folgen.
In der ersten Begegnung hielt der Budo-Kai-Kämpfer seinen Kontrahenten bewusst auf Spannung und variierte den ausgeübten Zug so lange, bis dieser reif für einen extrem schnell eingedrehten Schulterwurf des Bühlertälers war. Die Teilwertung rettete Robin Mohr am Ende den Kampfsieg. Im zweiten Fight konnte der badische Kämpfer nach einem Niederwurf seinen Gegner zunächst per Haltegriff fixieren. Dieser schaffte es jedoch sich zu befreien und während die Spannung am Mattenrand wieder nach oben schnellte, nutzte Robin Mohr die für einen Moment unkontrollierten Bewegungen des Gegners für einen Armhebel und zwang diesen damit zur sofortigen Kampfaufgabe. Ein wichtiger Erfolg, weil er wertvolle Kräfte einsparen lies, die bei der Vielzahl an Kämpfen an diesen Turnieren oft mitentscheidend sind.
Die nächste Begegnung im Halbfinale konnte der Budo-Kai-Zögling gleich zu Beginn durch unaufhörliche Attacken in die von ihm gewünschte Richtung bringen. Während der Gegner im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll mit der Abwehr zu tun hatte, bereitete Robin Mohr eine Wurfkombination vor, für die er erneut eine Teilwertung erhielt. Über lange drei Minuten Kampfzeit baute er seinen Vorsprung weiter aus und brachte auch diesen Kampf siegreich ins Ziel.
Erst am Turnierende wurden die ersehnten Finals in allen Gewichtsklassen ausgetragen. Hier sorgten die Zuschauer und alle anwesenden Landestrainer für die entsprechende Atmosphäre, um diesen höchstem Wettkampfabschluss der Jugendkämpfer gerecht zu werden.
In einem spannenden Duell holte sich Robin Mohr zunächst eine Wazari-Wertung für eine Kontertechnik, die den Gegner auf den Rücken brachte. Der anschließende Bodenkampf blieb jedoch ohne Erfolg und so lieferten sich die beiden Top-Athleten ein hartes Finale, bei dem jeder Angriff sofort mit einer wirkungsvollen Kontertechnik durch den anderen beantwortet wurde. Trotz der moderaten Führung griff der Bühlertäler unentwegt an, denn viel zu groß ist die Gefahr, dass der Gegner eine knallharte Attacke durchsetzen und mit einer Ipponwertung den Kampf vorzeitig beenden könnte. Nachdem selbst das umfangreiches Wurfrepertoire zu keiner weiteren Wertung führte, entschloss sich Robin Mohr einen neu einstudierten Konterwurf einzusetzen. Dabei ließ er seinen Gegner bewusst in einen Hüftwurf eindrehen, um ihn dann frei auszuheben und auf den Rücken zu schleudern. Ein grandioser Wurf der mit viel Schwung für riesige Begeisterung bei den Zuschauern, eine Ipponwertung bei den Kampfrichtern und somit den Titelgewinn sorgte.
Robin Mohr hat sein Versprechen wahrgemacht, das er seinen Budo-Kai-Kollegen nach deren Ausscheiden  gebeben hatte: er hat den Budo-Kai Bühlertal auf höchster Ebene gebührend vertreten. (cm)

Robin Mohr (links) bringt seinen Gegner mit einer Innensichel-Fußtechnik zu Boden

Robin Mohr ließ selbst die stärksten Gegner aus Süddeutschland hinter sich