Als letzte und höchste Wettkampfstufe für die Jugend U14 fanden am letzten Wochenende in Grafenau nahe der tschechischen Grenze die Süddeutschen Einzelmeisterschaften im Judo statt.
Für die Kämpfer des Landeskaders Baden-Württemberg bedeutet diese Turnierstufe stets das Aufeinandertreffen mit den Athleten aus den Judohochburgen Bayerns, wo die Talentförderung über spezielle Judo-Internate auf höchstem Niveau erfolgt.
Werden in diesen Ganztagesschulen Trainingsumfänge von 10 Einheiten pro Woche absolviert, so müssen sich die Kämpfer aus Baden-Württemberg meist mit weniger als der Hälfte begnügen, da das „unter-einen-Hut-bringen“ von Schule und Training für sie dabei schon eine echte Herausforderung darstellt.
Durch den zuvor erkämpften Landesmeistertitel hatte der Bühlertäler Robin Mohr sein aktuelles Leistungsvermögen eindrucksvoll unter Beweis gestellt und begab sich daher recht selbstbewusst in die sprichwörtliche Höhle der Löwen. Aufgrund der knapp 600 km weiten Anreise ging es schon am Freitagmittag direkt nach der Schule los, um spätabends am Austragungsort in einem Gasthof die letzte Nacht vor dem großen Showdown zu verbringen. Der noch im ersten Jahr in dieser Altersklasse kämpfende Robin Mohr traf man am nächsten Morgen dann auf ein hochkarätiges Teilnehmerfeld, das sich aus den jeweils besten fünf der verschiedenen Landesteile zusammensetzte.
Im Auftaktkampf konnte der Budokai-Zögling gegen den älteren Gegner aus Bayern zunächst eine Innensichel ansetzen, welche von diesem jedoch erfolgreich gekontert wurde. Diesen Schwung des Gegners nutzte Robin Mohr geschickt zum Eindrehen in eine blitzschnelle Schultertechnik, aus der es für den Kontrahenten kein Entkommen gab. Trotz seiner versuchten Gegenbewegung fiel der Bayernkämpfer fast wie in Zeitlupe langgestreckt über den kleinen Bühlertäler, der dafür eine Ipponwertung und den vorzeitigen Kampfsieg zugesprochen bekam.
Auch in den nächsten Kämpfen überzeugte Robin Mohr durch sein enormes Kampftempo, indem er die Gegner pausenlos attackierte und ihnen keinen Raum für eigene Angriffe ließ. So besiegte er seine kommenden Gegner allesamt jeweils per Ipponwertung und damit sofortigem Kampfende, die im harten Fight  des Halbfinales jedoch erst in der Verlängerung gelang. Über sich selbst hinauswachsend marschierte der junge Bühlertäler durch das mit Topkämpfern nur so gespickte Teilnehmerfeld und ließ die durchweg älteren Gegner souverän hinter sich. Der Finalkampf – musikalisch eingeleitet und als Einzelbegegnung zuschauerwirksam ausgetragen – war dann an Spannung auch nicht mehr zu überbieten. Robin traf auf einen erfahrenen Blaugurt-Gegner, der sich bis dato ebenso unbesiegt  in das finale Duell dieses wichtigsten Turniers der Judojugend durchgekämpft hatte. Kräftemäßig war dieser relativ kleingewachsene Kontrahent klar überlegen, doch Robin Mohr bot auch diesem Kämpfer von der ersten Sekunde an keinen Raum für eigene Angriffe. Der Gegner schien vom hohen Tempo des Bühlertälers überfordert und durch technisch ausgeklügelte Kombinationstechniken gelang Robin Mohr schließlich der alles entscheidende Abtauchwurf, den die Kampfrichter erneut mit einer vollen Punktwertung als Ippon quittierten. Mit tosendem Beifall gingen schlagartig nicht nur die Arme des Siegers aus Bühlertal nach oben, um diesen bisher größten Wettkampferfolg des Jungathleten zu bejubeln. (cm)

Robin Mohr (2ter von links) kämpfte sich durch
ein hochkarätiges Teilnehmerfeld auf Platz 1

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