In Pforzheim fanden am vergangenen Wochenende die diesjährigen Badischen Landesmeisterschaften der noch unter achtzehnjährigen Judokas statt.

Nach mehreren Verletzungspausen im letzten Jahr ging es für den Bühlertäler Robin Mohr darum, wieder Anschluss zu den Topathleten Badens zu finden. Das erste Wettkampfturnier im neuen Jahr stellt für die Kämpfer meist eine besondere Hürde dar, da auch sie wieder beginnen müssen mit ihrem Gewicht hauszuhalten. Schließlich geht es dabei nicht nur um dieses einzelne Turnier, sondern die im Bestfall erreichbare Qualifikation für die nächste Wettkampfstufe der süddeutschen Meisterschaften gilt natürlich nur für die gestartete Gewichtsklasse. So standen nach den Weihnachtsferien auch für den sonst gut durchtrainierten Budokai-Zögling etliche schweißtreibende Trainingseinheiten zusätzlich auf dem Programm, um mit perfekt eingestelltem Kampfgewicht starten zu können.

Die nach Pforzheim angereisten Kampftalente des Landesverbands zeigten erstklassiges Judo, das trotz der entsprechenden Härte in der Altersklasse U18 verletzungsfrei und im ureigenen Sinne dieses Sports fair ausgetragen wurde.

Extrem selbstbewusst startete Robin Mohr bereits in seinem ersten Kampf gegen den amtierenden Landesmeister aus dem Vorjahr und dominierte bereits bei der Grifftechnik den Gegner. Die mentale Stärke des Bühlertälers lies keinen Zweifel daran, dass er bereits ab Sekunde Null bei diesem Turnier seinen Anspruch auf einen der vorderen Plätze erhob. In einem hochspannenden Duell trafen die austrainierte Fitness des als Favoriten gehandelten Gegners auf die geballte Offensivmacht des ehrgeizigen Bühlertälers. Robin Mohr konnte durch seinen Kraftvorteil immer wieder seine Spezialtechnik in Form eines tiefen Körperwurfs platzieren, bei dem der Gegner über das schräg vor ihm ausgestreckte Bein gezogen wird. Bereits mit einer dafür erhaltenen Wazari-Wertung in Führung liegend, galt es auch bei fortschreitender Kampfzeit dennoch weiter zu attackieren. Denn die im Jahr 2017 eingeführten Regeländerungen beim Wettkampfjudo führen dazu, dass im Gegensatz zu früher der Kampf mit einer Wazariwertung nicht bereits zur Hälfte gewonnen ist, sondern dass man auch nach beliebig vielen eigenen Wazari- Wertungen den Kampf nach einer Ipponwertung des Gegners sofort verliert. Doch der Bühlertäler spielte Überlegenheit perfekt aus und gewann am Ende mit mehreren Wazari-Wertungen diesen dennoch über die gesamte Zeit gehenden Einstiegsfight.

Auch im zweiten Kampf lies sich Robin Mohr nicht unter Druck setzen, sondern arbeitete sich routiniert mit schneller Fußfegetechniken in den Boden vor, wo er den Kopf des Gegners mit einer ausgeklügelten Haltetechnik zwischen seinen Füßen fixierte. Dem Gegner blieb damit keinerlei Chance zum Entrinnen und so konnte Robin Mohr mit dem vorzeitigen Kampfsieg wichtige Kräfte sparen. Denn bereits im dritten Duell stand ein Kontrahent auf der Matte, der ebenfalls als möglicher Titelanwärter gehandelt wurde. Für diesen Gegner, der die Spezialtechniken des Bühlertälers aus einer Vielzahl früherer Begegnungen sehr gut kennt, musste Robin Mohr sein umfangreiches Angriffs-Repertoire bemühen, um hier eine möglichst wirksame Technik zu finden. Nachdem der großgewachsene Gegner einen Angriff gegen Robin Mohr eingeleitet hatte, nutzte dieser eine spektakuläre Kontertechnik, mit der er den Gegner zunächst aushebt, um ihn dann langgestreckt frei nach hinten über sich hinweg zu werfen. Ein Wurf wie aus dem Lehrbuch, für den der immer weiter in Richtung Titelgewinn marschierende Bühlertäler eine der wenigen, an diesem Tag ausgesprochenen Ipponwertungen mit sofortigem Kampfsieg zugesprochen bekam.

Der Bühlertäler konnte den im letzten Jahr verpassten Landesmeistertitel schon förmlich riechen, als er im letzten Kampf nochmals alles zu mobilisieren versuchte. Mit einem Bombardement an Angriffen brachte er den Kontrahenten immer wieder zu Boden und heimste sich damit wichtige Teilwertungen ein. Doch diese sollten am Ende gar kampfentscheidend werden, als Robin Mohr seinen Gegner nach einer geschickten Bodentechnik in eine ausweglose Situation bringen und ihn hier durch eine kraftvolle Würgetechnik zur sofortigen Aufgabe zwingen konnte.
Mit dem Zurückholen des Titels des badischen Landesmeisters erfüllte sich der Bühlertäler nicht nur seinen für das aktuelle Wettkampfjahr gehegten Wunsch, sondern er machte damit auch das Ticket für die Mitte Februar in Bayern stattfindenden Süddeutschen Meisterschaften klar. (cm)