In Pforzheim fanden am vergangenen Wochenende die diesjährigen Badischen Landesmeisterschaften im Judo statt. Sie stellen die letzte und höchste Wettkampstufe für die Jugend U12 dar, die für eine Teilnahme zunächst einen Qualifikationsweg mit mehreren Hürden hinter sich bringen müssen. Mitte März hatte sich der Bühlertäler Robin Mohr in damals gesundheitlich noch leicht angeschlagenem Zustand bei den Bezirksmeisterschaften in Heidelberg den dritten Platz erkämpft und so dieses Ziel der Qualifikation als einziger Budokai-Kämpfer auch sicher erreicht.
Nach einem verletzungsbedingten Tief hat der Bühlertäler Judoka Robin Mohr wieder zu seiner Topform zurückgefunden. Etliche schweißtreibende Trainingseinheiten hatte er absolviert, mit Ausdauerläufen seine nach einer Grippe geschwächte Kondition wieder auf Vordermann gebracht –  am Wochenende durfte der 10jährige Schüler dann endlich wieder die Früchte des Fleißes ernten.
Die nach Pforzheim angereisten Kampftalente des Landesverbands zeigten erstklassiges Judo, zu welchem neben dem technischen Können auch eine physische Topform unerlässlich ist. Auch eine gewisse mentale Stärke ist notwendig, damit das Nervenkostüm nicht doch noch einen Strich durch die hier oft schon so wichtige Kampfstrategie macht. Ungeachtet der sportlichen Härte, mit der die Jungkämpfer auf der Matte agierten, verliefen die Kämpfe verletzungsfrei und konnten im ureigenen Sinne dieses Sports fair ausgetragen werden.
Trotz der leichten Anfangsnervosität fand Robin Mohr bereits in seinem ersten Kampf gegen den amtierenden Bezirksmeister Südbadens schnell zu seinem routinierten Kampfstil. Der starke Gegner konterte zunächst die Angriffstechniken des Budokai-Kämpfers erfolgreich, so dass Robin tief in seinem Technik-Repertoire suchen musste, bis er schließlich durch eine abgewandelte Eindrehtechnik den Kontrahenten schwungvoll auf die Matte beförderte und sich dafür eine Ipponwertung und den vorzeitigen Kampfsieg holte.
Das Schicksal der Losung wollte es, dass der Bühlertäler auch in seinem zweiten Kampf gegen einen als Titelanwärter gehandelten Kämpfer aus Mosbach antreten musste. In einem hochspannenden Duell sollte die ausgiebige Wettkampferfahrung des Heidelberger Verbandskämpfers auf die geballte Offensivmacht des ehrgeizigen Bühlertälers treffen. So schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und gingen sowohl im Stand wie auch im Boden hart miteinander ins Gericht. Einem blitzschnell angesetzten Innenschenkelwurf von Robin Mohr konnte der Heidelberger dann aber nichts entgegensetzen und so ging der Bühlertäler mit einer Punktwertung in Führung, die ihm nach Ablauf der gesamten Kampfzeit dann auch den Sieg brachte.
Damit stand beim nächsten Duell bereits der Einzug ins Finale auf dem Spiel. Dieser Fight sollte jedoch der bis dahin schwierigste Kampf an diesem Tag für den Kämpfer der Talgemeinde werden. Kein geringerer als der Titelverteidiger des Vorjahres stand da als Gegner auf der Matte und er machte keinen Hehl daraus, dass auch er nicht angereist war, um sich hier nur auf die hinteren Plätze zu kämpfen. Ein schneller Kampf mit ausgeglichenen Wurfansätzen zwischen zwei sehr guten Technikern fand bei den Zuschauern große Begeisterung – aber keine Wertungen bei den sehr besonnen urteilenden Kampfrichtern. Nach Ablauf der regulären Kampfzeit ging es in die Verlängerung und damit für die äußerst aktiv agierenden Kämpfer an ihr konditionell Eingemachtes. Jetzt trumpfte Robin Mohr auf und bombardierte den Kontrahenten mit einer Technik nach der anderen, die schnell wechselnden Wurfrichtungen der Kombinationen ließen dem Gegner keine Zeit für eigene Angriffe.

Der Bühlertäler spürte das Finale in greifbarer Nähe und hatte mit diesem Ansporn den Kampf zu seinen Gunsten gedreht, bis er exakt mit dem Schlußgong eine Innensichel zu einer Punktwertung verwandeln und auch diese Begegnung gewinnen konnte.
Beim letzten Fight um den Titel des Landesmeisters standen sich zwei Kämpfer gegenüber, die bis dahin sämtliche Kämpfe in dieser hochkarätig besetzten Gewichtsklasse für sich entschieden hatten. Robin Mohr setzte die Instruktionen seines Trainers dann auch perfekt um, indem er sich mit einer unerbittlichen Entschlossenheit sofort den Griff am Revers des Gegners sicherte und diesen sogleich mit einem gewaltigen Innenschenkelwurf auf die Matte donnerte. Per Ipponwertung war der Finalkampf nach wenigen Sekunden zu Ende und für Robin Mohr sein sehnlicher Wunsch in Erfüllung gegangen – schließlich konnte er durch diesen größten Titelgewinn in seiner jungen Judolaufbahn mit seinem älteren Bruder gleichziehen, der sich im exakt gleichen Alter diesen Landesmeister-Titel ebenfalls erstmalig erkämpft hatte.

Der Budokai-Kämpfer Robin Mohr (oben) nutzt eine abgewandelte Eindrehtechnik, um seinen Kontrahenten zu Boden zu bringen