Mit dem kürzlich errungenen Bezirksmeister-Titel hatte sich Robin Mohr die Qualifikation zu den badischen Landesmeisterschaften erkämpft, weshalb es für ihn am letzten Samstag schon frühmorgens nach Tiengen nahe der Schweizer Grenze ging.
Der 13-jährige Kampfsportler hatte sich durch intensives Training optimal vorbereitet, denn er hatte es nicht vergessen, das Versprechen, das er seinen ausgeschiedenen Bühlertäler Vereinskameraden gegeben hatte: den Budo-Kai Bühlertal auch auf höherer Ebene gebührend zu vertreten.
Doch trotz der unerbittlichen Entschlossenheit, mit der die bis zu 14 Jahre alten Kämpfer hier antraten, wurde wieder einmal auf eindrucksvolle Art gezeigt, dass harte Kämpfe im Judo dennoch verletzungsfrei und im ureigenen Sinne des Sports absolut fair ausgetragen werden können.
Robin Mohr ging bereits in seiner ersten Begegnung extrem offensiv zur Sache, so dass die permanenten Angriffe des Bühlertälers den Gegner im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen haben. Denn den druckvollen Ansätzen einer nach hinten werfenden Innensichel folgten blitzschnelle Angriffe per Schulterwurf nach vorne – eine Kombination, bei der der Gegner beim Widerstand gegen den einen Angriff quasi automatisch in den anderen reinläuft. Und so fiel der großgewachsene Kämpfer aus Heidelberg nach einem extrem tief eingedrehten Schulterwurf schließlich dann auch langgestreckt über den Bühlertäler durch die Luft, so dass hierfür eine Ipponwertung ausgesprochen werden musste. Durch den vorzeitigen Kampfsieg konnte Robin Mohr wertvolle Kräfte sparen, denn für Turniersiege in dieser Kategorie ist neben dem technischen Können auch die physische Topform eine zwingende Voraussetzung.
Mit jedem weiteren Kampf in Richtung Medaillenplätze wurde es auch für den in dieser Klasse eigentlich zu leichtgewichtigen Bühlertäler schwieriger. Doch auch der nachfolgende Fight konnte durch einen schnell angesetzten Innenschenkelwurf und nachfolgenden Haltegriff vorzeitig beendet werden. In seinem dritten Kampf stand dem Budo-Kai-Talent, das altersbedingt erst kürzlich die Graduierung des Blaugurt absolvieren konnte, ein Braungurt-Kämpfer aus Konstanz gegenüber. Jetzt galt es, sich von diesem sichtlich älteren Gegner, der auch noch einen Kopf größer war, nicht schon vor Kampfbeginn einschüchtern zu lassen. Und so setze Robin Mohr den Gegner mittels seines gesamten Repertoires an Schulter- , Hüft- und Fußtechniken so lange unter Druck, bis dieser den schnellen Wurfkombinationen irgendwann nicht mehr gewachsen war und zu Boden ging. Diese erste Wazari-Wertung beflügelte den Bühlertäler regelrecht und nur wenige Sekunden später warf er den Kontrahenten mittels einer Hüftfeger-Technik zu Boden und bekam mit erneuter Wazari-Wertung auch diesen Kampf zugesprochen.
Im Finale traf Robin Mohr auf einen kräftigen Gegner, der mit seinem betont defensiven Kampfstil die Angriffe des Budo-Kai-Fighters unterband. Doch Robin Mohr gab nicht auf und musste sich über die gesamte Kampfzeit regelrecht durchbeißen, bis er am Ende mit einer Teilwertung für eine Innensichel-Technik auch hier als Sieger von der Matte trat.
Mit dem Titel des badischen Landesmeisters hat der Bühlertäler das letzte Treppchen der Qualifikationsleiter erklommen, nämlich die Teilnahme bei den Süddeutschen Meisterschaften, die Ende Oktober ausgetragen werden. Und zum Nachteil seiner dortigen Gegner hat er sein Versprechen gegenüber den Bühlertäler Vereinskollegen  bis dahin natürlich immer noch nicht vergessen. (cm)

Kritische Blicke der Sanitäter, als Robin Mohr (links) am Boden versucht einen Armhebel anzusetzen

Zufrieden und hochmotiviert für die kommenden Turniere: Robin Mohr vom Budo-Kai Bühlertal