Am letzten Sonntag luden der Badische und der Württembergische Landesverband die Top-Athleten im Judo der Altersklasse U14 zum Talentsichtungswettbewerb ins schwäbische  Backnang.
Aus unserem Landkreis hatte sich der noch elfjährige Robin Mohr nominiert, um bereits in seinem ersten Jahr bei diesem vom Judo-Landesverband veranstalteten Vielseitigkeits-Turnier mitzumischen. So machte sich der Budokai-Kämpfer schon am frühen Sonntagmorgen auf die Socken, um in der ersten Tageshälfte sowohl in Kraftsportaufgaben, als auch in Koordinations- und Dehnungsübungen bewertet zu werden. Um den allgemeinen Fitnesszustand der Jungathleten zu testen, wurden angesichts des erlesenen Teilnehmerfeldes hier ausnahmslos Höchstleistungen gefordert, um in insgesamt 12 Kategorien die begehrten Turnierpunkte zu ergattern.
Nach knapp vier Stunden Fitness-Test  wurde den erschöpften Athleten eine kurze Mittagspause gegönnt, bevor man bei den Kampfbegegnungen auf der Matte die wirkliche Belastungsgrenze der Kämpfer auslotete.
In vier Kämpfen, die von vorne herein auf die Maximaldauer von jeweils 3.5 min. angesetzt waren, fighteten die Kampfsporttalente an ihrem Limit, um in einem aufaddierenden Wertungssystem möglichst viele Punkte zu sammeln. Im Gegensatz zu üblichen Wettkämpfen, bei denen nach einem perfekten Niederwurf per Ipponwertung der Kampf vorzeitig zu Ende ist, wurde hier bewusst bis zum Zeitlimit weitergekämpft, um so die Extrembelastbarkeit der Judokas unter strenger Aufsicht der Verbandstrainerschaft zu ermitteln.
Die mitgereisten Eltern und Betreuer, die mit ihren Zöglingen schon beim alleinigen Zuschauen regelrecht mitleiden mussten, bekamen die hochgesteckten Erwartungen des Judo-Landesverbands eindrucksvoll demonstriert.
Robin Mohr hatte sich auf dieses Event natürlich intensiv vorbereitet und konnte an seine Top-Leistungen der letzten Turniere nahtlos anknüpfen. Obwohl er in der Gruppeneinteilung etwas unglücklich als Leichtgewicht in einem Pool mit höherem Kampfgewicht landete, konnte er mit seinen gewohnt schnell angesetzten Wurfkombinationen seine Gegner stets unter Druck setzen und eine Wertung nach der anderen einfahren. Einem körperlich deutlich überlegenen Gegner aus dem Schwabenland konnte der kleine Bühlertäler im Stand jedoch nicht allzuviel entgegensetzen. Doch Robin Mohr, der auch in solch schwierigen Situationen schon ausreichend Kampferfahrung gesammelt hat, änderte seine Strategie, indem er den Gegner mit zwar nur geringer Wertung zu Boden brachte, wo er ihn aber mit einem blitzschnell angesetzten Armhebel zur Aufgabe zwang. Bei allen Begegnungen ging der Bühlertäler als klarer Sieger von der Matte und hatte damit auch einige hochkarätige und ältere Kontrahenten eindrucksvoll auf die Plätze verweisen können. Nach einer Ehrung zum Klassensieger durch die drei Landestrainer ging es dann am Abend total erschöpft, aber überglücklich wieder zurück in die badische Heimat. (cm)

Seile klettern ohne Beine war eine der Übungen, die Robin Mohr im Kraftparcours des Turniers erfolgreich zu absolvieren hatte

Robin Mohr (links) setzt an zu einem Beinscheren-Haltegriff, aus dem es für den Gegner kein Entrinnen mehr gab