Nachdem die badischen Landesmeisterschaften in den Vorjahren entweder nördlich von Heidelberg oder ganz im südlichen Waldshut stattfanden, lag der diesjährige Austragungsort Karlsruhe relativ mittig im Einzugsgebiet, was dem Gymnasiasten Robin Mohr dieses Mal erfreulicherweise eine moderate Aufstehzeit erlaubte.
Nach Absolvierung der notwendigen Qualifikationswettkämpfe über Kreis- und Bezirksmeisterschaften trafen sich am letzten Samstag die besten der 12-13-jährigen Kampfsportler, um ihren Landesmeister zu krönen. Die ersten 3 Platzierungen bei diesem Verbandsturniers lösen damit auch gleichzeitig das Ticket zur Teilnahme an den Süddeutschen Meisterschaften, die in zwei Wochen als höchste Wettkampfstufe in dieser Altersklasse im bayrischen Frankenland stattfinden werden.
Der im badischen Landeskader kämpfende Judoka Robin Mohr, der bei seinem letzten hochrangigen Turnier im Halbfinale durch eine Nasenverletzung gestoppt wurde, hatte sich nach der langen Kampfpause in den Sommerferien durch unfangreichen Trainingseinheiten wieder in Topform gebracht und trat hier in seinem ersten Jahr in dieser Doppeljahrgangsstufe an.
Im ersten Fight attackierte der Bühlertäler den Gegner aus Villingen-Schwenningen unaufhörlich mit seinen Spezialwürfen, bis ihm schließlich für eine  Abtauchtechnik eine Wazari-Wertung zugesprochen wurde, die er über die weitere Kampfzeit bis zum siegreichen Ende sicher verteidigen konnte. Der zweite Kampf gegen einen früheren Trainingskollegen aus Offenburg war insofern untypisch, als dass sich beide Kämpfer in ihren Spezialtechniken bis ins Detail kannten und daher auch stets die passenden Abwehrtechniken parat hatten. In einem extrem kräftezehrenden Duell  bemühte der Budokai-Kämpfer sämtliche Techniken seines Angriffs-Repertoires ohne jedoch in der regulären Kampfzeit eine Punktwertung erzielen zu können. Nach einer Shido-Bestrafung des mittlerweile erschöpften und nur noch defensiv agierenden Kontrahenten für dessen Passivität drehte Robin Mohr noch mal richtig auf und konnte den Kampf durch eine Teilwertung für sich entscheiden.
Im Finalkampf stand dem Bühlertäler ein Heidelberger Kämpfer aus der zweiten Jahrgangsstufe gegenüber, der mit höherer Gürtelgraduierung und gut einen Kopf größer den Angriffen des Bühlertälers zunächst geschickt ausweichen konnte. In solchen Fällen hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach eine spezielle Strategie bewährt, bei der extrem schnell in den Gegner regelrecht eingestiegen wird, um nach Platzierung einer Technik wieder zügig auf Distanz zu gehen.
Mit diesem Kampfstil hatte Robin Mohr seine größeren Gegner schon mehrfach besiegt und auch dieses Mal lies der Bühlertäler den Kontrahenten gar nicht richtig in den Kampf kommen. Klar überlegen dominierte Robin Mohr durch abwechselnde Angriffe per Schulterwurf, Beintechnik oder abtauchenden Innensichelwürfen den gesamten Kampfverlauf, bis ihm in Form einer Wazari-Wertung der Kampfgewinn zugesprochen wurde. Damit holt Robin Mohr erneut den badischen Landesmeistertitel nach Bühlertal, was jedoch mit sich bringt, dass er sich am kommenden Wochenende –  wenn der Budokai Bühlertal in seinem Jubiläums-Jahr das beliebte Rebland-Randori im Mittelbergstadion ausrichten wird –  auf einem dreitägigen Kader-Lehrgang zur Vorbereitung auf die kommende Süddeutsche Einzelmeisterschaft befindet. (cm)

Glücklich über die Belohnung für die schweißtreibenden Trainingseinheiten: Robin Mohr erkämpfte sich den badischen Landesmeistertitel

Robin Mohr (links) taxiert die Distanz zum Gegner bevor er zu seinem Blitzangriff übergeht