Am vergangenen Wochenende fand in Nußloch das zweite Odenwald-Pokal-Turnier der Judokas U12 und U14 statt. Bereits im letzten Jahr traten hier erstmalig die besten Kämpfer aus Baden-Württemberg, dem benachbarten Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen gegeneinander an und so waren auch dieses Mal die Erwartungen entsprechend hoch. Und auch in diesem Jahr konnten sich die zahlreichen Zuschauer über einen hochkarätigen Wettkampf freuen, da es in den meisten Klassen zum Aufeinandertreffen der jeweiligen Landesmeister kam. Vom Budokai Bühlertal nahmen als amtierender badischer Meister Luis- Carlo Mohr und sein Bruder Robin Harry Mohr teil, die in ihren Klassen als einzige den Kreis Nordschwarzwald vertreten sollten.
Da beide Bühlertäler seit Jahresbeginn in die jeweils nächste Altersklasse aufgerückt sind, war klar, dass sie erstmals auf deutlich ältere und meist auch erfahrenere Gegner treffen würden.
Robin Harry Mohr, der bei diesem Turnier veranstalterbedingt in einer zusammengelegten Gewichtsklasse antreten musste, geriet in seiner ersten Begegnung an einen Gegner mit zweifach höherer Gürtelgraduierung, den er in einem packenden Duell erst nach Ablauf der gesamten Kampfzeit knapp bezwingen konnte. Auch in seinem zweiten Kampf stand der 9-jährige Bühlertäler einem älteren Judoka gegenüber, doch mit  fester Entschlossenheit gelang ihm schließlich nach einem zweiminütigem Dauerfeuerwerk von Wurftechniken der Sieg. Im dritten Kampf griff der Budokai-Kämpfer mit einer Außensichel an, kam jedoch in eine ungünstige Position, so dass der Gegner die Chance zu einer Beintechnik nutzen und diesen Kampf damit für sich entscheiden konnte.
Entschlossen und mit dem richtigen Maß Verärgerung im Bauch mobilisierte Robin Harry Mohr in seinem letzten Kampf nochmals all seine Kräfte. In einem nervenaufreibenden Duell gelang ihm nach Ablauf der Kampfzeit und Verlängerung schließlich der Sieg durch seinen Spezialwurf in Form einer Abtauchtechnik, was ihm den Pokal für den hervorragenden dritten Platz sicherte.

Auch der ältere der beiden Mohrbrüder war nach Sichtung des teilweise weit angereisten Teilnehmerfelds zunächst skeptisch, was nicht alleinig an der Anzahl der mit Blaugurt deutlich höher graduierten Kämpfer lag. Auch die körperliche Gesamtverfassung der Athleten ließ keinen Zweifel an deren Trainingszustand.

Und so stand der 11-jährige Kämpfer aus Bühlertal bereits in der ersten Begegnung einem beinahe zwei Jahre älteren Blaugurt des Landeskaders gegenüber.  Völlig unerschrocken und routiniert ging Luis-Carlo Mohr in diesen Fight und bombardierte den Gegner mit zahlreichen Angriffstechniken. Dieser war sichtlich überrascht vom offensiven Kampfstil des Youngsters, der seinen Gegner damit überhaupt nicht richtig in den Kampf kommen ließ. Unermüdlich spulte das Budokai-Talent sein Repertoire an Angriffstechniken ab und hatte nach kurzer Zeit bereits die erste Teilwertung erzielt. Das gab dem Kämpfer aus Bühlertal Auftrieb und Selbstvertrauen zugleich und sollte als Vorentscheidung in den Köpfen der Kämpfer die verbleibende Kampfzeit bestimmen. Genau zum richtigen Zeitpunkt gelang es dem Bühlertäler seine Top-Leistung abzurufen und so das Landeskader-Mitglied per Ippon auf die Matte zu zwingen.
Sichtlich an Selbstvertrauen gestärkt konnte Luis-Carlo Mohr im zweiten Kampf nach einem Niederwurf des Gegners mit Wazari-Wertung durch eine schnell ausgeführte Hebeltechnik ebenfalls einen vorzeitigen Sieg herbeiführen.
Doch je weiter sich der junge Sportler aus der Talgemeinde in der mit 17 Athleten mit Abstand am stärksten besetzten 40kg-Klasse nach oben kämpfte, desto kräftezehrender und unerbittlicher wurden die Begegnungen. Alle weiteren Kämpfe gingen nicht nur über gesamte Kampfzeit von drei Minuten, die in der Altersgruppe U14  bereits auf Erwachsenen-Niveau liegt, sondern in beiden Duellen war das Durchkämpfen der nochmaligen zweiminütigen Verlängerung erforderlich. Nach jeweils fünf Minuten unermüdlichem Angriff waren selbst die konditionell bestvorbereiteten Kämpfer an ihrer physischen Leistungsgrenze angelangt. Beide Duelle des Bühlertälers mussten, nachdem es keinem der Kämpfer gelungen war, eine Angriffstechnik wertungsreif durchzubringen, per Kampfrichter-Hantai-Entscheidung beurteilt werden. In dieser immer sehr schwierigen und unsicheren Urteilssituation wurde Luis-Carlo Mohr nur in einem der beiden Fights der Sieg zugesprochen. Diese Entscheidung stieß zwar nicht nur bei den eigenen Leuten auf gewisses Unverständnis, doch es gilt  auch hier – wie bei allen Schiedsentscheidungen im Sport ebenso – dieses Urteil zu akzeptieren.
Mit einem ausgezeichneten dritten Platz in einem derart hochrangig besetzten Turnier gelang Luis-Carlo Mohr und seinem Bruder Robin Harry bereits in ihrem ersten Wettkampf in der neuen Altersklasse ein grandioser Auftakt.

 

Odenwald-Pokalturnier-Luis-Robin

Riesige Siegfreude nach einem strapaziösen Wettkampf:
Luis-Carlo Mohr (links) mit seinem Bruder Robin Harry

 

Odenwald-Pokalturnier-Luis-Robin

Riesige Siegfreude nach einem strapaziösen Wettkampf:
Luis-Carlo Mohr (hinten) mit seinem Bruder Robin Harry