Am vergangenen Sonntag riefen der Badische und der Württembergische Landesverband im Judo zu ihrem diesjährigen Talentsichtungswettbewerb der Altersklasse U14 ins schwäbische  Backnang.

Aus dem Kreis Nordschwarzwald war alleinig Luis Mohr vom Budokai Bühlertal nominiert, wobei man seitens der Verbandstrainer dessen jüngeren Bruder Robin aufgrund seiner Erfolge auf Landesebene per Ausnahmegenehmigung einfach zu den älteren Judokas mit auf die Matten schickte.

Entsprechend des erlesenen Teilnehmerkreises aus Baden und Schwaben wartete auf die zwei Bühlertäler dann auch ein Wettkampftag, wie sie ihn zuvor noch nicht erlebt hatten. In Form eines Vielseitigkeitsturniers mussten vormittags sowohl Kraftsportaufgaben, als auch Koordinations- und Dehnungsübungen absolviert werden. Um den allgemeinen Fitnesszustand der Jungathleten zu testen, wurden hier ausnahmslos Höchstleistungen gefordert, um in insgesamt 14 Kategorien die begehrten Turnierpunkte zu ergattern.

Nach knapp vierstündiger Anstrengung wurde den erschöpften Sportlern eine kurze Mittagspause gegönnt, bevor man bei den Kampfbegegnungen in schier unerträglich heißen Hallen dann die wirkliche Belastungsgrenze der Athleten auslotete.
In fünf Kämpfen, die von vorne herein auf die Maximaldauer von jeweils 3.5 min. angesetzt waren, fighteten die Kampfsporttalente an ihrem Limit, um in einem aufaddierenden Wertungssystem möglichst viele Punkte zu sammeln. Im Gegensatz zu üblichen Wettkämpfen, bei denen nach einem perfekten Niederwurf per Ipponwertung der Kampf vorzeitig zu Ende ist, wurde hier bewusst bis zum Zeitlimit weitergekämpft, um so die Extrembelastbarkeit der Judokas unter strenger Aufsicht der Verbandstrainerschaft zu ermitteln.
Die mitgereisten Eltern und Betreuer, die mit ihren Zöglingen schon beim alleinigen Zuschauen regelrecht mitleiden mussten, bekamen die hochgesteckten Erwartungen des Judo-Landesverbands eindrucksvoll demonstriert.

Der 13-jährige Luis Mohr hatte sich hierauf intensiv vorbereitet und schaffte es, nach der langen Verletzungsphase vom Frühjahr erstmals wieder an seine Topform anzuknüpfen. Mit erstklassigen Wurfkombinationen konnte er die hochkarätigen Kontrahenten auf die Plätze verweisen und am Abend total erschöpft die verdiente Ehrung zum Klassensieger empfangen.
Aber auch der jüngere Bruder Robin konnte an diesem Tag mit beeindruckenden Leistungen überzeugen. Dank seines eisernen Willens kämpfte sich der 10-jährige Bühlertäler vormittags hervorragend durch den Folterparcour der Älteren.
In den finalen Zweikämpfen fegte der Kampfknirps dann mit abwechslungsreichen Wurftechniken sogar einige der gesetzten Verbandskämpfer von der Matte. Mit einem phänomenalen vierten Platz in der mit ausschließlich älteren und schwereren Judotalenten besetzten Klasse, empfahl sich der jüngste Teilnehmer schon vorab für eine spätere Aufnahme in den ab der Altersklasse U14 angebotenen Landeskader.

Eine wichtige Weichenstellung in ihrer Judokarriere haben die beiden Bühlertäler Gymnasiasten kürzlich vollzogen, als sie einer Anfrage des Judo-Stützpunkts Karlsruhe nachkamen, wonach sie bei überregionalen Wettkämpfen im Namen des Budoclubs Karlsruhe starten werden. Für die Karlsruher Landestrainer ermöglicht dies eine wichtige Stärkung ihrer Mannschaft, um den Judo-Hochburgen aus Bayern ernsthaft paroli bieten zu können.

Für die zwei Mohrenbrüder hingegen, die schon seit geraumer Zeit neben ihren Trainingseinheiten im Budokai Bühlertal noch drei weitere Trainingseinheiten pro Woche in Karlsruhe absolvieren, ändert sich wenig. Bodenständig mit dem Budokai aufgewachsen, vergessen sie nie, wo sie hingehören. Trotz des Einstiegs bei den Karlsruhern, stand für die zwei Judofreaks ein Ausscheiden aus dem Budokai Bühlertal nie zur Debatte, weshalb sie dem Bühlertäler Verein natürlich auch zukünftig als Mitglieder erhalten bleiben werden.

Trotz Erschöpfung gut lachen hatten Luis Mohr (hinten) und dessen Bruder Robin nach ihrem Wettkampferfolg in Backnang