Am letzten Wochenende fand in Sindelfingen das 12. Internationale Glaspalast-Turnier statt, welches dem deutschen Judoverband als Talentsichtungs-Wettbewerb dient.
Doch hier gelten nicht nur die Kämpfer aus den deutschen Landen, allen voran die Judo-Hochburgen Bayerns und Nordrhein-Westfalens als Favoriten, sondern vor allem auch aus den osteuropäischen Ländern wie Ungarn und Rumänien sowie den ehemaligen Sowjet-Republiken tauchen immer wieder extrem starke Judo-Athleten auf.
Von unserem Landkreis nahm alleinig der Bühlertäler Luis Mohr an diesem Turnier teil, wo in diesem Jahr elf verschiedene Nationen gegeneinander auf die Matte traten. Der Budokai-Kämpfer hatte nach seinen letzten Turniererfolgen den Entschluss gefasst, in die nächste Gewichtsklasse aufzusteigen, weshalb er sich auch mit intensivem Krafttraining auf die physischen Anforderungen im neuen 60kg-Umfeld vorbereitet hatte.
Bereits in der ersten Begegnung wurde das Wettkampf-Niveau deutlich, denn Luis Mohr gelang trotz unterschiedlicher Kombinationstechniken keine Wertung. Erst als der Bühlertäler einen Wurfansatz des Gegners geschickt auskonterte, gelang ihm der kraftvolle Niederwurf des Kontrahenten und per Ipponwertung der vorzeitige Sieg. Mit gesparten Kräften konnte Luis Mohr dann im zweiten Kampf erneut voll aufdrehen, wo er mit seiner Innenschenkelwurf-Spezialtechnik den zweiten Ippon einfahren und erneut vorzeitig als Sieger von der Matte gehen konnte. Im Halbfinale schließlich traf der Budokai-Athlet auf einen technisch ebenso versierten Gegner, der alle vorangegangenen Kämpfe durch eine Aushebetechnik vorzeitig gewonnen hatte. Entsprechend wurde die Kampfstrategie des Bühlertälers weg von Hüft- oder Schulterwürfen hin zu Bein- und Fußfegetechniken abgeändert, um diese Kontergefahr möglichst zu umgehen. Doch Luis Mohr biss sich an diesem Kontrahenten scheinbar die Zähne aus, denn keiner der beiden Gegner konnte auch nach fast vierminütiger Kampfzeit eine Wertung für sich verbuchen. Jetzt ging Luis Mohr kurz vor Kampfende volles Risiko und versuchte den Kampf final doch noch mit einem großen Eindrehwurf für sich zu entscheiden, was der Gegner prompt mit der gefürchteten Aushebetechnik konterte und so den Sieg einheimste.
Im Kampf um Platz 3 schließlich musste der Bühlertäler zunächst über die volle Kampfzeit gehen, da beide Kämpfer mit einer Teilwertung im Gleichstand waren. Erst in der Verlängerung konnte Luis Mohr – obwohl scheinbar bereits am Ende seiner Kräfte – nochmals alle Reserven mobilisieren und sich diesen Sieg und damit den hervorragenden dritten Platz erkämpfen. Nachdem der Bühlertal-Kämpfer im letzten Jahr bei diesem Turnier noch wertungslos ausgeschieden war, belohnte er sich mit diesem Podestplatz für eine entbehrungsreiche und kräftezehrende Wettkampfvorbereitung und freut sich jetzt erst einmal auf eine längere Verschnaufpause in den Sommermonaten.(cm)

Luis Mohr fightete sich beim internationalen Glaspalast-Turnier in einem starken Teilnehmerfeld auf einen großartigen dritten Platz