Robin Mohr holt 5. Platz bei den deutschen U20 Männern

Bei den bundesoffenen Turnieren, kurz BOT genannt, schicken die deutschen Bundesländer ihre Topathleten im Judo auf die Matte. Nur recht selten finden diese BOT in Baden-Württemberg statt, weshalb der badische Judoverband einige seiner U18-Kämpfer zu dem am Wochenende in Mannheim stattfindenden U20 BOT anmeldete. Ziel war es, bei den knapp 300 Teilnehmern schon einmal in die Kampfatmosphäre der nächsten Altersgruppe reinzuschnuppern – entsprechend gering waren auch die Erwartungen daran geknüpft.

Robin Mohr vom Budokai Bühlertal beschloss daher auch kein Gewicht zu machen, sondern startete am frühen Samstagmorgen einfach gleich in der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 73 kg.

Nachdem alle mit einer frühen Heimreise am Vormittag gerechnet hatten, war auch beim Landestrainer das Erstaunen groß, als der Bühlertäler zum Kampfauftakt seinen ersten Kontrahenten aus Nordrhein-Westfalen nach hartem Fight  tatsächlich besiegen konnte.

Im zweiten Kampf gegen einen sehr routiniert kämpfenden Schwarzgurt aus Bayern liefen die schnell angesetzten Wurfansätze des Badners zunächst ins Leere – zu stark war die physische Überlegenheit des deutlich älteren Gegners. Eine blitzschnell angesetzte Beintechnik überraschte den Bayer dann jedoch derart, dass er durch den entprechenden Zug am Oberkörper schwungvoll auf den Rücken geworfen wurde, der Bühlertäler direkt obenauf liegend. Ein klarer Ippon für Robin Mohr, der damit aus diesem Kampf nach drei kraftzehrenden Minuten siegreich entlassen wurde.

Von diesem Erfolgsgefühl angefixt lief der Bühlertäler weiter zur Höchstform auf. Statt des erwarteten frühen Ausscheidens, wie es alle übrigen Badenkämpfer ereilte, stand der Bühlertäler jetzt schon in der dritten Gewinnerebene. In diesem Duell geriet der Bühlertäler mit einer Wazari-Wertung in Rückstand. Doch keine Spur von Resignation, sondern jetzt erst Recht voller Angriff lautete Mohrs Devise und tatsächlich gelang ihm kurz vor Ende der vierminütigen Kampfzeit eine fulminante Wendung. Ein auch für den Trainer absolut unerwarteter Umstieg in einen Außensichel-Fußwurf überraschte auch den Gegner, der dadurch vom Bühlertäler mit vollem Körpereinsatz nach hinten auf den Rücken geworfen wurde. Lobende Worte vom Landestrainer inklusive eines von ihm ausgesprochenen Kreativitäts-Oskars gab es für diesen Ipponsieg.

Zwei weitere Fights musste der Badner an diesem Tag in dieser sehr zahlreich besetzten Gewichtsklasse bei den 20-jährigen Männern absolvieren. Erst im Halbfinale wurde der siebzehnjährige Gymnasiast von einem Athleten aus Brandenburg durch einen Schulterwurf mit verdientem Ippon gestoppt.
Damit belegte der Bühlertäler einen hervorragenden fünften Platz, den er sich mit dem aus Tschetschenien stammenden diesjährigen deutschen Meister der U18 Männer teilt.