Als am letzten Samstag zum fünften Mal zum großen Pokalturnier in Freiburg geblasen wurde, machten sich die zwei Mohrenbrüder vom Budokai Bühlertal auf den Weg, um ihre Kampfsportqualitäten auf den Prüfstand zu stellen. Dieses  teilnehmerstarke Pokalturnier ist für sein hohes kämpferisches Niveau bekannt und so finden sich hier auch regelmäßig die Kampftalente von der Grenze zur Schweiz bis zum Ende Nordbadens zu einem Stell Dich ein. Nach umfangreichen  Trainingseinheiten an den umliegenden Judostützpunkten sehr gut vorbereitet und mit perfekt eingestelltem Kampfgewicht traten die zwei Mohrbrüder an, um sich in ihrenn neuen Altersklassen diesen meist älteren Gegnern zu stellen.
In der Altersklasse U12 trat der neunjährige Robin Harry Mohr auf die Matte und lies bereits in seinem ersten Kampf keine Zweifel aufkommen, hier nicht nur einfach dabei sein zu wollen. Mit offensiven Angriffen lies er den Gegner gar nicht erst in den Kampf kommen und beendete diese Begegnung schließlich mit einer Fußtechnik per Ipponwertung vorzeitig für sich. Damit war wieder mentale Sicherheit bei dem krankheitsbedingt länger ausgefallenen Kämpfer der Talgemeinde zurückgekehrt. Auch die weiteren Duelle bis zum Finale entschied der Bühlertäler vorzeitig mit Ipponwertungen. Der Finalkampf jedoch sollte es in sich haben, stand ihm da doch ein ebenso entschlossener Kontrahent gegenüber, knapp einen Kopf größer und mit höherer Gürtelgraduierung. In einem spannenden Fight handelte sich Robin Mohr mit einer perfekt geworfenen Abtauchtechnik zunächst eine Strafe ein, da die am gegnerischen Bein befindliche Hand des Bühlertälers gegen die neuen Judo-Regularien verstieß. Jetzt musste der jüngere der Mohrenbrüder seine Angriffstechniken umstellen, um nicht am Ende mit einer zweiten Strafe den Kampf zu verlieren. Doch das Technikrepertoire war noch lange nicht ausgeschöpft und mit einer blitzschnellen Außensichel erkämpfte sich Robin Mohr per Ipponwertung auch diesen Sieg und holte sich damit den begehrten Pokal.
Aufgrund der großen Teilnehmerzahl begann der Wettkampf der Altersgruppe U14  erst viele Stunden später, was an den Nerven der Jungathleten bereits gezehrt hatte. Luis-Carlo Mohr ging entschlossen in seinen ersten Fight und konnte diesen mit einer  hervorragend ausgeführten Wurftechnik und Ipponwertung vorzeitig für sich entscheiden. Im zweiten Kampf musste der Bühlertäler gegen einen älteren und höher graduierten Kämpfer antreten, doch mit routiniertem Kampfstil schöpfte der zwölfjährige Luis-Carlo Mohr aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und zündete ein wahres Technik-Feuerwerk. Während dem immer wieder blitzschnell angreifenden Gegner keine einzige Wertung gelang, mehrten sich die Punkte auf der Anzeigetafel für den Budokai-Kämpfer kontinuierlich. Durch eine im Boden ausgeführte Armhebeltechnik sicherte sich Luis Mohr auch diesen Kampfsieg per Ippon vorzeitig.
Auch seinen dritten Gegner ließ der Ältere der Mohrenbande nicht in den Kampf finden. Mit schnellen Variationen von Wurfangriffen hielt er ihn dauerhaft in Schach und holte sich eine Teilwertung nach der anderen. Mit dem eher selten von dem Bühlertäler praktizierten Tomoe-nage Selbstfallwurf gelang es ihm, die Kampfrichter zu einer Ipponwertung und damit vorzeitigem Kampfende zu überzeugen.
Beim letztendlichen Finalkampf glaubte sich ein bis dahin ebenfalls fehlerlos kämpfender Gegner aus der Bodensee-Region dem Pokalsieg schon sehr nahe. Hatte dieser doch in den vorangegangenen Kämpfen mit hervorragenden Techniken seiner höheren Gürtel-Graduierung eindrucksvoll Tribut gezollt und sogar doppelt höher graduierte Blaugurtkämpfer geschlagen. Ihm schien der jüngere und untergraduierte Bühlertal-Kämpfer doch nur ein weiteres Opfer zu sein. Luis-Carlo Mohr hatte im Vorfeld den Kampfstil des in diesem Turnier scheinbar unbezwingbaren Judokas jedoch genau analysiert , um sich mit geeigneten Kontertechniken zur Wehr setzen zu können. Und schon direkt nach Kampfbeginn wurden die Zuschauer für ihr langes Ausharren auch reichlich belohnt. In einem nervenzerreissenden Fight trafen hier zwei Top-Kämpfer aufeinander und schenkten sich nichts. Das Absolvieren der schweißtreibenden Konditionsübungen der letzten Monate sollte sich für den Bühlertäler hier nun auszahlen.
Luis-Carlo Mohr gelangen erste Teilwertungen, indem er mit einer schnellen Kombination aus Innensichel- und anschließendem Innenschenkelwurf den Gegner immer wieder zu Boden beförderte. Beflügelt von dieser schier unmöglich geglaubten Überlegenheit lief der Bühlertäler nun zur Topform auf. Nach zwei kräftezehrenden Minuten war der Gegner physisch am Ende. Mit kämpferischem Ehrgeiz setzte dieser zwar immer wieder seine Spezialtechniken an, die ihm bei dieser „harten Nuss aus dem Schwarzwald“ jedoch keinerlei Wertungen einbrachten. Mit einem kraftvollen Uchi-mata Innenschenkelwurf setzte Luis-Carlo Mohr per Ippon diesem Duell dann doch noch ein vorzeitiges Ende und holte sich verdient den Pokalsieg.

Die Brüder Luis-Carlo (unten) und Robin Harry Mohr vom Budokai Bühlertal zeigten Judotechnik vom Feinsten