Als wie jedes Jahr in der Weihnachtszeit zum nunmehr 7. Internationalen Zwing-Cup geblasen wurde, machten sich die zwei Mohrenbrüder vom Budokai Bühlertal auf den Weg, um ihre Kampfsportqualitäten erstmals bei diesem topbesetzten Ranglistenturnier auf den Prüfstand zu stellen. Auch in diesem Jahr nahmen zahlreiche Kampfsporttalente nicht nur aus unserem Ländle und unseren direkten Nachbar-Bundesländern sondern auch aus Bayern, Franken und Nordrhein-Westfalen den teilweise weiten Weg nach Landau auf sich, um ihre Wettkampfbilanz zum Ende hin nochmals zu verbessern. Aus unseren Breiten nahmen bei diesem U13-Turnier lediglich die beiden Brüder Luis-Carlo und Robin Harry Mohr teil, wobei der jüngere Robin Harry als U11-Kämpfer erst durch eine Ausnahmegenehmigung bei diesem Turnier gegen die älteren Kontrahenten nach deren Reglement mit Hebeltechniken antreten durfte.
Luis-Carlo Mohr, der sich in den letzten Monaten perfekt vorbereitet und deshalb zweifellos mehr Stunden auf der Judomatte als hinter seinem Schülerschreibtisch verbracht hatte, zeigte vom ersten Kampf an brillante Judotechniken. Seinen ersten Gegner beförderte er nach zwei erhaltenen Teilwertungen für Beintechniken durch eine schnell angesetzte Wurfkombination per Ippon von der Matte. Auch die beiden nächsten Kämpfe gewann der 12jährige Bühlertäler trotz der hochkarätig besetzten Gewichtsklasse souverän durch Ipponwertungen für einen Schulterwurf mit anschließender Armhebeltechnik und einen Innenschenkelwurf und zog damit ins Finale ein. Bei dieser mit Spannung erwarteten Begegnung stand ihm ein Gegner aus dem Landeskader Rheinland-Pfalz gegenüber, der ein harter Brocken werden sollte. Über die gesamte Kampfzeit konnte keiner der Athleten eine anrechenbare Teilwertung erringen, obwohl sich die beiden Topkämpfer mit Wurfansätzen regelrecht bombardierten. Auch die kräftezehrende Verlängerungszeit blieb für die beiden Kontrahenten ohne Punkte, wobei der Bühlertäler seinen konditionellen Vorteil klar ausspielen und den Gegner mit seinen Wurfangriffen immer wieder zu Boden bringen konnte. Mit entsprechend großem Erstaunen mussten dann nach Kampfende die Zuschauer und Betreuer den Subjektiv-Kampfrichterentscheid zugunsten des pfälzerischen Kaderkämpfers zur Kenntnis nehmen, was angesichts der Tatsache, dass es sich bei diesem Turnier für die Pfalzkämpfer um ein punkterelevantes Ranglistenturnier handelte doch die unterschiedlichsten Thesen zu Tage förderte. Derartige Siegentscheidungen ohne innerhalb der Kampfzeit zugesprochene Wertungen stellen fast immer für einen der beiden Kontrahenten eine unbefriedigende Niederlage dar. Doch auch damit gilt es im Kampfsport umzugehen zu lernen und so freute sich Luis Carlo Mohr am Ende nach diesem erstklassig gekämpften Finale über den Titel des Vizemeisters.
Bei diesem Turnier wurde parallel auf fünf Matten gekämpft und so musste zeitgleich zu den spannenden Begegnungen des größeren Bruders auch schon der jüngere Mohrenkämpfer Robin auf die Matte. Für ihn galt es hier, zunächst einmal die Luft in einer Altersstufe zu schnuppern, in die er noch nicht gehörte. Mit einer extrem offensiven Kampftechnik brachte der Bühlertäler 31kg-Kämpfer den zunächst zuversichtlichen Gegner aus Nordrhein-Westfalen von Beginn in massive Probleme. Dieser hatte zweifellos seine weite Anreise nicht unternommen, um hier nur im Mittelfeld mitzuspielen, aber den schnellen Umsteigetechniken des Budokai-Kämpfers von einer zunächst nach vorne gerichteten Beintechnik in eine rückwärts werfende Außensichel war er nicht gewachsen. Diese clevere Wurfkombination hatte Robin Mohr mit seinem Trainer Wolfgang Stadelmann in den letzten Wochen ausgiebig einstudiert und hier erntete er nun mit steten Teilwertungen die Früchte dieser schweißtreibenden Trainingsstunden. Doch das Beste sollte erst noch kommen, als der kleinere Bühlertäler den groß gewachsenen Westfalen-Kämpfer langgestreckt per Schulterwurf über sich hinweg auf die Matte knallte und per Ippon diesen Kampf damit vorzeitig für sich entschied. Mit diesem gewachsenem Selbstvertrauen kämpfte sich der junge Gymnasiast  durch die extrem teilnehmerstarke Kontrahentengruppe und holte mit erstklassigem Repertoire an Wurftechniken einen Kampfsieg nach dem anderen. Im Finalkampf schließlich brachte Robin Mohr einen bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erstklassig kämpfenden Gegner per Schulterwurf zu Fall und zwang ihn dort mit einer blitzschnell angesetzten Armhebeltechnik zur Kampfaufgabe.
Mit diesem respektablem Turniersieg bewies Robin Harry Mohr, dass er durchaus jetzt schon die Kampftechnik für die erst in zwei Jahren an ihn gestellten Wettkampfherausforderungen beherrscht.
Für die zwei Budokai-Kämpfer ein grandioser Abschluss ihrer diesjährigen Wettkamp-Saison und damit höchste Zeit, die Judomatte wieder gegen den Schülerschreibtisch einzutauschen.

Zeigten Judotechnik auf hohem Niveau:: Die Brüder Robin Harry (links) und Luis-Carlo Mohr vom Budokai Bühlertal