Die offenen deutschen Judo-Einzelmeisterschaften gelten unbestritten als wettkampfseitiges Highlight des Deutschen Judobundes. Und so folgten am letzten Wochenende vor Ostern auch über 400 Athleten diesem Aufruf nach Heilbronn, um die besten Judokämpfer der Nation bei den über 30-jährigen zu küren.
Die Judoabteilung des Budokai Bühlertal bewies einmal mehr, dass sie es sich trotz ihrer – verglichen mit den Judo-Hochburgen – überschaubaren Größe durchaus zutraut, auch auf dieser höchsten Wettkampf-Ebene auf Augenhöhe mitzumischen und meldete gleich sieben Kämpfer zum Duell mit dem who-is-who der deutschen Judoszene. Die dabei von den Bühlertälern belegten Altersklassen zwischen 35 und 61 Jahren beweisen erneut, dass Judo als Kampfsport in Bühlertal quasi ohne Altersbeschränkung ausgeübt wird.
Eine beeindruckende praktische Untermauerung dieser These lieferte dann auch gleich Ernst Wolf. Als Gründungsmitglied des Budokai mit seinen 61 Jahren immer noch unglaublich fit und mit schnellen Kampftechniken unterwegs, sicherte sich die Bronze-Medaille und holte damit die beste Platzierung für die Talgemeinde an diesem Tag. Zwei letztlich kampfentscheidende Verwarnungen wegen des sich in den letzten Jahren immer wieder geänderten Judo-Reglements verwehrten dem Bühlertäler Judo-Urgestein ein weiteres Durchkämpfen an Deutschlands Spitze.
Mit Wolfgang Stadelmann trat ebenfalls ein Judoka der ersten Bühlertäler Stunde auf die ehrwürdigen Heilbronner Judomatten der deutschen Meisterschaft. Dieses Mal nicht als Trainer wie üblich, sondern um seine eigene Leistungsfähigkeit auf den Prüfstand zu stellen. Im letzten Jahr als deutscher Vizemeister nur knapp am Turniersieg vorbei, musste der lang gediente Judoabteilungsleiter und neuer 2. Vorsitzender vom Budo Kai Bühlertal, an diesem Tag seiner gesundheitsbedingt nicht ganz optimalen Vorbereitungsphase Tribut zollen, was durch ein extrem stark besetztes Teilnehmerfeld noch zusätzlich verschärft wurde. Nach spannenden Begegnungen verpasste Wolfgang Stadelmann die Podestplätze nur knapp und landete am Ende auf Platz 5.
Achim Steinberg und Wolfram Lang, in ihrer aktiven Zeit als Bundesliga-Kämpfer unterwegs und auch heute für ihre technische Perfektion bekannt, hatten ein schweres Los gezogen. Obwohl sie in packenden Zweikämpfen keinerlei Zweifel an ihrem Talent aufkommen ließen, scheiterten sie am Ende am extrem starken Teilnehmerfeld ihrer Klassen. Wolfram Lang schaffte es noch über die Trostrunde ins kleine Finale zu kommen wo er dann wie auch Wolfgang Stadelmann zu vor verlor und den 5. Platz ereichte.
Auch der für die Talgemeinde startende Gerhard Eberle der zum ersten Mal auf einem Turnier war, bewies kämpferische Stärke und zeigte, dass er in der Klasse M 4 bis 73 kg bei den besten der Nation mitmischen kann. Am Ende verpasste er die Medaillenplätze nur knapp und landete auf einem guten siebten Platz.
Dirk Janitschke und Pascal Droll – die zwei Jüngsten der Bühlertäler Judo-Senioren traten in der Gewichtsklasse M3  bis 90kg bzw. im Falle des Judo-Abteilungsleiters  Droll sogar in der Königsklasse M2 über 100kg an. Entsprechend gewichtig und leider oftmals auch gewaltig waren ihre Gegner. Die verglichen mit den Kontrahenten relativ begrenzte Wettkampferfahrung der beiden Bühlertäler verleiht ihrer Teilnahme bei diesem hochrangigen Turnier eine positive Symbolkraft und sorgte nicht nur bei den Vereinskollegen für Aufmerksamkeit und Anerkennung. Einzelne gewonnene Begegnungen und mehrere Kampfpassagen mit deutlichen Vorteilen bei den Bühlertälern ließen am Ende für beide einen beachtlichen siebten Platz herausspringen.
Mit einer Bronzemedaille, zwei fünften und drei siebten Plätzen am Ende eine sehr positive Vereinsbilanz, die das sportliche Engagement des Budokai Bühlertal selbst auf dieser höchsten Wettkampfebene eindeutig unter Beweis stellt.

Den Budokai Bühlertal auf nationaler Ebene gebührend vertreten: (von links vorn) Wolfgang Stadelmann, Ernst Wolf, Gerhard Eberle ; von links hinten : Pascal Droll, Dirk Janitschke, Wolfram Lang, Achim Steinberg