Am vergangenen Wochenende trafen sich in Nußloch beim dritten Odenwald-Pokal-Turnier die Top-Judokas der Altersklassen U12 und U14. Als Besonderheit dieses Turniers gilt, dass nur hier die Elite-Kämpfer aus Baden-Württemberg, dem benachbarten Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen gegeneinander antreten können, da bei jeglichen Verbandsturnieren bis zu den in diesen Altersklassen höchsten Ebenen zwischen Süddeutschland und Südwestdeutschland verbandstechnisch strikt getrennt wird. Und auch in diesem Jahr konnten sich die zahlreichen Zuschauer über einen hochkarätigen Wettkampf freuen, da es in den meisten Klassen zum Aufeinandertreffen der jeweiligen Landesmeister kam. Die zwei Bühlertäler Luis Mohr und Robin Harry Mohr traten hier als einzige Kämpfer des Nordschwarzwalds auf die Matte.
Robin Harry Mohr machte seinem Titel des badischen Landesmeisters auch alle Ehre und fightete sich mit wunderbar abwechslungsreichen Wurftechniken peu-a-peu Richtung Finale. Im ersten Kampf musste der 11jährige Bühlertäler zunächst die Pokalhoffnungen der schwäbischen Judoabteilung aus Heubach begraben, indem er diesen Kampf mit einer Abtauchtechnik und dafür erhaltener vollen Punktwertung (Ippon) vorzeitig beendete. Im zweiten Fight gelang es ihm mit einer schnell angesetzten Außensichel als Umsteigekombination von einem nach zunächst nach vorne gerichteten Beinangriff kommend,  die Konterkraft seines Kontrahenten ideal auszunutzen, so dass dieser derart schwungvoll zu Boden ging, dass auch hier eine Ipponwertung und  vorzeitiges Kampfende angesagt war. Je weiter der Bühlertäler Richtung Podestplätze marschierte, desto anspruchsvoller wurden die Kämpfe. Im Halbfinalkampf hatte der jüngere der Mohrenbrüder bereits nahezu das gesamte Wurfrepertoire ausprobiert, doch der Gegner schien damit nicht zu bezwingen als ein schnell eingedrehter Schulterwurf den Saarländer dann schließlich doch kopfüber in voller Länge auf den Boden schmetterte und erneut für einen vorzeitigen Punktsieg führte. Im Finale musste der kleine Bühlertal-Kämpfer dann nochmals über die gesamte Kampfzeit gehen, um mit einer halben Punktwertung (Wazari) und mehreren Teilwertungen am Ende auch diesen Fight für sich zu entscheiden. Und so stand Robin Mohr in diesem Jahr ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Am Nachmittag trat der 13jährige Luis Mohr in der Altersklasse U14 an, wo sich nahezu ausschließlich Kaderkämpfer der verschiedenen Bundesländer ein Stell-Dich-ein gaben.
Im ersten Kampf kam der Bühlertäler auch gleich gegen die aus Rheinland-Pfalz gesetzte Turnierhoffnung und musste in einem extrem offensiven Fight über die gesamte Kampfzeit gehen. Beide Kämpfer gingen mit verschiedenen Wurfansätzen immer wieder zu Boden, doch es reichte einfach nicht für eine Teilwertung. Im Bodenkampf setzten die Kontrahenten unterschiedliche Umdrehtechniken gekonnt ein, doch die zwei auch körperlich voll austrainierten Athleten waren kräftetechnisch ungefähr gleichauf und konnten die gegnerischen Hebelangriffe stets erfolgreich verhindern. Auch der Kämpfer des pfälzerischen Landeskaders war an seinen physischen Grenzen angekommen, als es  immer noch wertungslos in die Verlängerung ging. Auch hier war keine einen Kampfsieg rechtfertigende Technik auszumachen und so kam es am Ende zu einer Subjektiv-Kampfrichter-Entscheidung (Hantei), die ganz knapp gegen den Bühlertäler ausging.
Derartige Siegentscheidungen zugesprochene Wertungen stellen fast immer für einen der beiden Kontrahenten eine unbefriedigende Niederlage dar, vor allem wenn sie wie in dieser frühen Wettkampfphase damit automatisch nur noch die Chance auf Platz 3 bedeuten. Doch auch damit gilt es im Kampfsport umzugehen zu lernen und so musste sich der Bühlertäler trotz dieser Auftakt-Enttäuschung auf seine nachfolgenden Kämpfe konzentrieren.

Mit einer zugegeben geballten Ladung Wut im Bauch demonstrierte der Bühlertäler dann in den weiteren Begegnungen eindrucksvoll, dass auch er auf Augenhöhe mit diesen Elite-Kämpfern ist, die meist auf speziellen Judo-Internaten ihrem Kampfsport sehr ausgiebig und recht professionell nachgehen können. Mit einer Umsteigekombination gelang ihm in einer weiteren Begegnung eine Ipponwertung und der vorzeitige Kampfsieg, was dem Bühlertäler nochmals einen regelrechten Schub für den seinen letzten Kampf bescherte. In einem kräftezehrenden Fight über die gesamte Kampfdauer und einer anschließenden Verlängerung ging am Ende der Bühlertäler als bester badischer Kämpfer seiner Klasse von der Matte und belegte in diesem hochrangigen Umfeld einen sehr guten dritten Platz.