Nach der erfolgreichen Qualifizierung durch die Bezirksmeistertitel waren die zwei Bühlertäler Brüder Luis und Robin Mohr zur Teilnahme bei den Badischen Landesmeisterschaften zugelassen, die am letzten Wochenende in Waldshut-Tiengen ausgetragen wurden.
Nach frühmorgentlichem Aufbruch und einer Anreise mit Schneetreiben am Feldberg trafen die zwei Budokai-Kämpfer hier nahe der schweizerischen Grenze auf die besten Judokas des Landesverbands, um den Titel des Landesmeisters auszukämpfen.

Trotz einer der gnadenlosen Entschlossenheit, mit der die Kämpfer bei so einem Event auf die Matte treten, wurde auch hier wieder einmal auf eindrucksvolle Art  gezeigt, wie harte Judokämpfe verletzungsfrei und im ureigenen Sinne des Sports absolut fair ausgetragen werden können.
In der Gewichtsklasse bis 50kg ging Luis Mohr in seinem ersten Kampf mittels einer Beintechnik in Führung, die seinen Gegner zu Boden und ihn zu einer Teilwertung brachte. Mit einem anschließenden Haltegriff, der dem Gegner keine Befreiung mehr erlaubte, sicherte er sich vor Ablauf der regulären Kampfzeit bereits den ersten Kampfsieg.
In der zweiten Begegnung stand dem 13jährigen Bühlertäler ein recht kräftiger Kämpfer gegenüber,  an dem die Wurfansätze von Luis Mohr zunächst scheiterten. Doch ganz im Sinne der Judo-Philosophie nutzte Luis Mohr den Schwung eines gegnerischen Angriffs geschickt aus, indem er mittels einer Mitdrehtechnik  den Kontrahenten mit dessen eigener Kraft zu Boden brachte. Auch hier ließ der Bühlertäler dank seines eisernen Haltegriffs dem Gegner kein Entrinnen mehr und gewann vorzeitig.
Auch alle weiteren Begegnungen konnte Luis Mohr für sich entscheiden, indem er für seine Wurftechniken Teilwertungen einheimste und  anschließend am Boden mit Haltegriffen oder per Armhebel die Zweikämpfe siegreich zu Ende brachte. Als Wiederholungstäter sicherte er sich damit nun auch in der Altersklasse U14 den Titel des Badischen Meisters, was ihm zwei Jahre zuvor bereits schon in der Klasse der U12-Kämpfer gelungen war.

Der jüngere Bruder Robin, der nur per Ausnahmegenehmigung in dieser Altersklasse starten durfte, hatte sich unmittelbar vor Wettkampfbeginn freiwillig für die nächst höhere Gewichtsklasse entschieden. Der junge Kämpfer hatte beim Wiegen sein Kampfgewicht von 31kg trotz eines wegen einer Kopfverletzung notwendigen, etwas ungewohnt anmutenden Verbands testiert bekommen, doch war diese Klasse bei den U14-Kämpfern nur mit drei Teilnehmern relativ schwach besetzt. Robin Mohr entschied sich kurzerhand für den Start in der 34kg-Gruppe, um sich mit den dort antretenden Top-Kämpfern zu messen. Die Kampfrichter stimmten dieser sportlich ambitionierten Entscheidung zu, so dass sich der kleine Bühlertäler durch die schwereren und älteren Judokas kämpfen durfte.
Mit blitzschnell wechselnden Wurfkombinationen überraschte dieser nicht nur seine Gegner immer wieder aufs Neue. Im ersten Duell schenkten sich beide Kämpfer nichts und gingen über die gesamte Kampfzeit sowohl im Stand wie auch im Boden an ihre körperlichen Grenzen. Wenige Sekunden vor Kampfende schickte Robin Mohr den zwei Jahre älteren und höher graduierten Verbandskämpfer dann tatsächlich per Innensichelwurf mit einer Ipponwertung zu Boden.
Mit ausreichend Selbstvertrauen betankt ging der Judo-Youngster von nun an derart offensiv in die folgenden Kämpfe, dass die Gegner erst gar nicht richtig in ihr Element fanden. Der 11jährige Bühlertäler bombardierte seine Kontrahenten regelrecht mit abwechselnden Fußtechniken und Schulterwürfen und holte mehrfach volle Punktwertungen per Ippon. Im letzten Duell musste Robin Mohr jedoch neben der regulären Kampfzeit auch noch nahezu über die gesamte Verlängerungsrunde gehen, bis er nach über vier Minuten kräftezehrendem Zweikampf mit einer Teilwertung ein siegreiches Ende setzen konnte.
Völlig unerwartet hatte der Dreikäsehoch die gesamte U14-Eliite seiner Klasse weggefegt und sich den Titel des badischen Landesmeisters erkämpft, was natürlich auch den Budokai Bühlertal als Heimatverein zu Recht mit Stolz erfüllt.

Deklassierten die gesamte Konkurrenz: Luis Mohr (links) und sein Bruder Robin

Furchtlos auch bei den Älteren in der nächst höheren Gewichtsklasse: Robin Mohr

Luis Mohr (links) beim Eindrehen in einen Innenschenkelwurf

Trotz Kopfverband zwang Robin Mohr